Wie wir Raum machen

Raum ist gemacht zum Gebrauchen. Den Raum, den wir machen, ist auf seinen Zweck und das Leben ausgerichtet, das darin stattfinden soll. Jeden Raum, den wir übergeben, ist der Beginn einer Geschichte, die noch kommen wird und zwangsläufig pluralistisch ist.

Die Ästhetik des Alltags

01
Das Raumkonzept

Das Raumkonzept ist nichts anderes, als eine oft noch vage Bestellung des Kunden in eine klare räumliche Sprache für jene Aspekte zu übersetzen, die dem Kunden wichtig sind. Flächen können sehr verschieden strukturiert sein; ihre Wirkung auf Menschen und den Zweck könnten kaum unterschiedlicher sein. Es macht einen Unterschied, welche Räume existieren, wie sie proportioniert und zueinander in Beziehung gesetzt sind. Konzeptmodelle machen solche räumlichen Bezüge sichtbar und übersetzen funktionale Prozesse in definierte räumliche Abläufe. Sie definieren die Grundlagen, was geplant werden soll. Der große Vorteil von Raummodellen ist ein klares gemeinsames räumliches Zukunftsbild bereits im frühen Stadium, an dem die laufend notwendige Entscheidungen im Projektverlauf ausgerichtet werden können.

02
DIE STRUKTUR DES RAUMGEFÜGES

Jetzt erstellen wir Zeichnungen für ein konkretes Objekt. Die Planung beginnt mit der Anordnung  der Flächen und Räume. Sie entsteht aus dem Miteinander und den Abläufen, die sich im Raum entfalten sollen. Räume, ihre wechselseitigen Bezüge als auch ihre Beziehung zur Umgebung werden in einer sinnvoll nutzbaren Struktur angeordnet und miteinander verwoben. Hier sucht der Architekt nach dem richtigen Gleichgewicht zwischen der Bewegung und dem Verweilen, dem Sich-Verbergen und der Offenheit, dem Wechselspiel zwischen Dichte und Leere, Enge und Weite. In mehreren Durchgängen werden die Zeichnungen so lange überarbeitet, bis sie stimmig sind, bis das Gefüge stimmig ist, bis die bestmögliche Konfiguration für das konkrete Objekt gefunden wurde.

Für die spätere Nutzung spielt die Proportionen und Geometrie des Raumes an sich eine wichtige Rolle. Eine gut gewählte Raumgröße folgt der Dichte der Menschen und Aktivitäten, die in den Räumen stattfinden sollen. Sie macht sich erst bei der Einrichtung und Nutzung bemerkbar. 

Mit Visualisierungen und virtuellen Begehungen wird der Raum erlebbar, bevor er gebaut ist, und dies trägt zu einem besseren räumlichen Verständnis und Entscheidungen bei. Dafür experimentieren wir auch mit neuen Darstellungsmethoden wie virtual Reality Anwendungen.

03
MIT ANDEREN PLANEN

Der Architekt ist nicht der einzige Planer bei einem Projekt. Wenn man größere Projekte entwirft, ist es unerlässlich, eine gute technische Grundlage zu haben. Dies ermöglicht eine ganzheitliche Sicht der Dinge und nicht nur vom Designstandpunkt aus. Das bedeutet, dass die Einzelplanungen der anderen Fachleute und die Architektur aufeinander abgestimmt, miteinander koordiniert und zu einer stimmigen und vor allem widerspruchsfreien Gesamtplanung zusammengeführt werden.

DAS BESSERE KOSTET NICHT MEHR, BLEIBT ABER WERTBESTÄNDIGER. ES IST PREISWERTER, DIE ENTSCHEIDUNGEN AM PAPIER ZU FINDEN BZW. ZU ÄNDERN; JEDENFALLS BILLIGER ALS „ES“ FALSCH ZU BAUEN UND NOCH FALSCHER, „ES“ FALSCH GEBAUT AUF DAUER TEUER ODER UNBEQUEM ZU NUTZEN.

04
DIE TECHNISCHE PLANUNG

Ist die Entwurfsidee reif für die Realisierung übersetzen Ausführungszeichnungen die Entwurfspläne in baubare Anleitungen. Sie zerlegen die Komplexität des Ganzen in ihre Einzelteile und sind an Fachleute und Handwerker gerichtet. Ausführungspläne haben den Charakter anatomischer Zeichnungen und enthalten alle für den technischen und handwerklichen Herstellungsprozess notwendige Angaben. Detailzeichnungen zeigen, wie die Einzelteile zusammenwirken. Das Detail ist es, das ein Design erst stimmig macht. Es definiert maßgeblich die Wirkung des Ganzen.

Die Ausführungszeichnungen kommen zur Baustelle, wo sie Grundlage für die Beauftragung der Handwerker sind und nach ihnen gebaut wird.

05
DIE EINRICHTUNG

Zurück zum „leeren“ Raum: Die Einrichtung ist scheinbar banal; aber sie bestimmt, wie komfortabel der Alltag ist.

Die Einrichtungsplanung beginnt mit den Möbelsettings und ihrer Anordnung im Raum. Ein Möbelsetting besteht aus einer Kombination von Möbelstücken, die aufeinander und im Kontext der Aktivität, für die sie gemacht sind, abgestimmt sind.  Für jeden Raum können sich ein oder mehrere Settings ergeben, die sich zueinander öffnen oder voneinander abgrenzen. Je nach Nutzung sind Settings fix oder wandelbar.

Mit der Art, wie Möbelstücke konzipiert und im Raum angeordnet sind, können feine Stufen von Intimität oder Präsenz, Aktivität oder Ruhe, aber auch Leichtigkeit oder Schwere erzeugt werden. Ein Setting mit weichen Polstern, in die man lässig versinken kann, bietet Geborgenheit für ungestörtes Zusammenkommen. Wohingegen ein dynamisches Setting Anreize für Aktivität und Beweglichkeit schafft. Zum Teil passen wir maßgefertigte Möbel direkt ins Projekt ein.

06
CHARAKTER UND ATMOSPHÄRE

Bis jetzt sind die Räume praktisch und funktional. Aber auch beliebig. Es ist die Atmosphäre eines Raumes, die auf Menschen wirkt. An das was wir uns erinnern, ist das Gefühl, das wir wo hatten.

Mit einem Moodboard fängt man eine klare und prägnante Idee für eine gezielte Raumwirkung ein. Es stellt die Essenz der Raumwirkung dar, erzählt zum Beispiel die Geschichte des Ortes, weckt Assoziationen mit Bekanntem, transportiert Werte oder ruft eine spezifische Stimmung hervor. Aus dem Moodboard filtern wir die Identitätsmerkmale und arbeiten die Grundlagen heraus, was diesen Raum zum Strahlen bringt.

Jedes Einzelteil, ob Möbelstück oder Bauelement, besteht aus ein oder mehreren Materialien. Wir kombinieren Materialien, Farben und Texturen (und damit Stimmungen und Lebensgefühl) miteinander, spielen mit ihrer Verteilung und Mengenverhältnissen, mit Licht und Schatten bis eine gute Balance entsteht und die Essenz der These eingefangen ist. Der Sinn einer Bemusterung besteht darin, zu sehen, wie die Materialien und Texturen, Formen und Farbspiele zusammenpassen, ob ein gutes Gespräch untereinander und mit dem Licht stattfindet.

07
ZUM SCHLUSS AUF DER BAUSTELLE

Wir reden mit Handwerkern und Lieferanten, definieren konkrete Produkte, und Materialien anhand der Möglichkeiten der Lieferanten und im Einklang mit dem Design. Wenn Design und Leistungsbeschaffung Hand-in-Hand laufen, ist der Prozess ein schnellerer und effizienterer und die Gewähr für eine korrekte und präzise Umsetzung des Konzepts mit den Lieferanten und Handwerkern.

Unsere Zeichnungen verfeinert der Handwerker weiter, erstellt Werk- und Montagepläne, die wiederum die Basis für seine Fertigungspläne sind. Mit jeder Zeichnung wird die Bearbeitungstiefe größer, die Dinge detaillierter, bis jedes zu produzierendes Teil klar ist.  Am Tag der Lieferung überprüfen wir, ob die Bestellung korrekt, mit den bestellten Qualitäten montiert wird und lösen letzte Probleme auf der Baustelle.

08
JE LÄNGER EIN RAUM BENUTZT WIRD, DESTO DEUTLICHER WIRD, WIE GUT ER GELUNGEN IST.

Wenn auf diese Weise Raum gemacht wird, entsteht die gebaute Hülle und das Innenleben als Ganzes. Der Prozess ist ein lebendiger Dialog mit dem Kunden. Es obliegt dem Kunden die individuelle Tiefe zu wählen, den Prozess geschehen zu lassen und sich einzubringen. Bedacht im Umgang mit dem Budget mitunter mutig mit unkonventionellen Lösungen lassen wir die Ideen unserer Kunden Wirklichkeit werden.